Die Festung Alamut

Mauern der Festung (aufgenommen 2006, zwei Jahre nach dem Erdbeben), Nordwesten des
heutigen Iran (Provinz Qazvin) ca. 100 km entfernt von Teheran, früher einfach großpersisches Reich


Alamut (persisch الموت, DMG Alamūt, aus dailamitisch Alūh amū[ch]t – „Adlers Anleitung/Führung“
oder „die Lehre des Adlers“) ist eine heute in Ruinen liegende Bergfestung in Dailam, etwa 100 km
von Teheran entfernt. Sie steht in der Provinz Qazvin im Nordwesten des Irans, südlich des
Kaspischen Meeres.


Lage der Festung Alamut auf einem steilen Felsen

Rekonstruktionsarbeiten nach dem Erdbeben (2008)


Die Festung wurde laut Hamdallah Mustaufi im Jahre 840 in 2100 Metern Höhe von Wahsudan ibn
Marzuban († 865) aus der Dynastie der Dschustaniden von Dailam auf einem Felsen errichtet. Der
Name Alamut bezieht sich auf die Gründungsgeschichte, nach der ein zahmer und freigelassener
Adler auf dem Felsen gelandet war und so den Herrscher zum Bau inspirierte. Da es nur einen
einzigen Eingang zu ihr gab, war sie gut zu verteidigen.


1090 nahm Hasan-i Sabbāh, der Gründer der Assassinen, die als uneinnehmbar geltende Zitadelle
durch einen Überraschungsangriff und die Zahlung von 3000 Dinaren ihrem seldschukischen
Statthalter Mahdi ohne Blutvergießen ab. Er verstärkte die Befestigungen und richtete Vorratslager

für mögliche Belagerungen ein. Zusammen mit benachbarten Siedlungen wurde die Umgebung
Alamuts durch Terrassenbau für den Getreideanbau nutzbar gemacht.


In der Folgezeit war die Festung für 166 Jahre der Hauptsitz der persischen Nizariten, einer
ismailitischen Gruppierung. Der Einflussbereich Hasan-i Sabbahs und seiner Nachfolger wurde später
durch weitere Festungen (wie die von Lamasar) zu einem Netzwerk ausgebaut. Diese Burgen (dar al-
hidschra genannt) dienten den Ismailiten in ganz Persien und Syrien als Zuflucht bei Verfolgungen
oder Konflikten.


Die Herrschaft der Assassinen von Alamut wurde erst 1256 durch den Mongolen-Khan Hülegü
gebrochen, der mit einem riesigen Heer die Zitadelle belagerte und am 20. Dezember jenes Jahres [1]
im Sturm nahm. Aus der großen Bibliothek, die die Herrscher von Alamut zusammengestellt hatten,
ließ Hülegü einige Koran-Handschriften und wissenschaftliche Werke aussortieren und den Rest
verbrennen.


2004 wurden Teile der Mauern durch ein Erdbeben zerstört.

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Hassan i Sabbäh

Der Perser Hasan-i Sabbāh, in deutschen Texten auch Hasan Sabah war der Anführer einer
ismailitischen Religionsgemeinschaft, die heute unter dem Namen Assassinen bekannt ist.
Irrtümlicherweise wird Hasan-i Sabbah immer wieder als Der Alte vom Berge identifiziert. Mit diesem
Beinamen ist jedoch das Oberhaupt des syrischen Ablegers der Assassinen, Raschid ad-Din Sinan,
gemeint.
Der Perser Hasan-i Sabbāh, in deutschen Texten auch Hasan Sabah war der Anführer einer
ismailitischen Religionsgemeinschaft, die heute unter dem Namen Assassinen bekannt ist.